“The Evil Within” Review

Das Game ist zwar schon ein bisschen älter (2014), aber nahm mir nie die Zeit, das Ding zu zocken. Dieses Wochenende war es aber dann soweit und ich hab den Horror-Shooter durchgespielt.

Trailer

Review (auf auf Steam)

Was ein Höllenritt! Das Spiel beginnt gleich nach 3min Spielzeit damit, dir jede Menge Blut und Leichenteile um die Ohren zu hauen wie auf einer Hühnerfarm von Kentucky Fried Chicken. Schnell wird klar: hier wird sich grosszügig Klischees bekannter Horrorstreifen bedient und die Spielwelt ist ebenso gewollt wie gekonnt obszön, makaber, blutig und brutal. Nichts für schwache Nerfen also, für Fans des Genres aber ein Genuss! Ohne sich selbst all zu ernst nehmen zu wollen, stolpert so Sebastian Castellanos – selbst ernannter Protagonist und “Held” des Geschehens – wortwörtlich von einer Bärenfalle in die nächste und würde im echten Leben bereits nach dem ersten Chapter wohl aussehen wie ein Nastuch nach einem 90° Waschgang. Natürlich ist das – Genremässig – für unsere laufende Schussweste kein Problem und so schnetzelt, kriecht, ballert und stöhnt sich Sebastian über 15 Kapitel zum ultimativen Finale, welches für sich genommen die gut 15h Spielzeit schon rechtfertigen, da es dermassen abgefahren ist, dass man es einfach mal gesehen haben muss.

Womit wir auch bei der eigentlichen Kritik wären: Alles in allem finde ich das Spiel echt gelungen. Wer mit Horror was anfangen kann und sich auf die abgefahrene Spielwelt einlässt, erlebt einige spektakulär-obszöne Szenerien und Ereignisse, welche man so schnell nicht vergisst. Dennoch wirkt das Game über weite Strecken auch recht “Mainstream”, womit wir bei den eingangs erwähnten Klischees wären, welche immer wieder auffallen – das meiste hat man dann doch in irgend einer ähnlichen Form schonmal gesehen oder kann so bisschen erahnen, was als nächstes folgt – um dann doch wieder überrascht zu werden. Kalt-Warm Wasserbad! Dennoch hätten ein paar weitere Gegnertypen oder eine etwas abgefahrenere Waffenwahl dem Spiel gut getan und ihm noch eine stärkere individuelle Note gegeben.  Auch wirkten einige Levelpassagen etwas langwirig und man beginnt sich zu nerfen/langweilen, weil sich die Dinge zu stark zu wiederholen beginnen. Bis auf diese vereinzelten Momente fühlte ich mich alles in allem aber gut unterhalten und die Story, welche erheblich zum allgemein guten Gesamteindruck beiträgt, ist spannend erzählt und aufgebaut. Mehr Mühe hatte ich mit der Portierung: Man merkts an allen Ecken und Kanten, dass das Spiel ursprünglich für die Konsole entwickelt wurde. Die Ingame-Menus sind fuselig zu bedienen und wenig übersichtlich. Auch die fehlende Breitbildunterstützung vermisste ich. So bedeckte Sebastian Castellanos Rücken über 15h die Hälfte meines Bildschirms, was für zusätzliche Gruselatmosphäre sorgte – diesen Rücken solltet ihr mal gesehen haben!

7/10

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